Was mitnehmen für eine Reise nach Argentina?
Argentinien überrascht fast jeden deutschen Reisenden mit denselben drei Problemen: Man hat zu wenig Bargeld im richtigen Format, man hat die Flüge zu spät gebucht, und man friert in Patagonien trotz Südsommer.
Kurz gesagt, was dich hier überrascht
- Historisch mehrere inoffizielle Wechselkurse; wer zum Bankkurs tauscht, verliert erheblich. Auf der Straße oder über Apps wie Lete wird ein deutlich günstigerer Kurs angeboten, dessen Legalität sich laufend ändert.
- Die Entfernungen sind brutal: Buenos Aires nach Bariloche sind 1 600 km, nach Ushuaia über 3 000 km. Inlandsflüge buchen sich in der Hochsaison Wochen im Voraus aus; wer spontan reist, zahlt ein Vielfaches oder steht ohne Ticket da.
- Nachtbusse (cama) fahren pünktlich ab, aber das Gepäck landet im Bauch des Busses – teilweise unzugänglich für 14–20 Stunden. Passagiere schlafen in Schuhen, weil das Handgepäck überfüllt ist und Wertsachen nicht aus den Augen gelassen werden können.
Warum diese Liste?
Das Land ist so groß wie Europa ohne Russland – wer glaubt, von einer Region in die andere zu "fahren", unterschätzt die Distanzen fundamental. Dazu kommt ein Wirtschaftssystem mit historisch wechselnden Wechselkursen: Wer nicht vorbereitet anreist, tauscht zu schlechten Konditionen. Der Tagesrhythmus ist radikal anders: Mittagessen nicht vor 13 h, Abendessen selten vor 21 h, mittags alles geschlossen. In der Patagonie kann der Wind ohne Vorwarnung auf Sturmstärke steigen, während man in Iguazú gleichzeitig bei 35 °C und 90 % Luftfeuchtigkeit steht. Diese Liste konzentriert sich auf genau das, woran man nicht denkt – bis man es braucht.
Wann hinfahren
Die Jahreszeiten sind auf der Südhalbkugel umgekehrt: Der australische Sommer (November bis März) ist die beste Reisezeit für Patagonien, Buenos Aires und die Weinregion Mendoza.
Weniger geeignet : Juni bis August
✔Vor der Abreise zu erledigen
Dein Countdown: jede Aufgabe zum richtigen Zeitpunkt, von der frühesten bis zum Abreisetag.
- Strecken wie Buenos Aires–Bariloche oder Buenos Aires–Ushuaia sind in der Hochsaison (Dezember–Februar) Wochen im Voraus ausverkauft; wer wartet, zahlt das Dreifache oder reist 36 Stunden im Bus.
- In abgelegenen Regionen Patagoniens oder des Nordwestens ist ein Notfalltransport per Hubschrauber ohne Versicherung extrem teuer; eine Versicherung mit Repatriierungsklausel muss vor Abflug abgeschlossen werden.
- Für Mietwagen in der Patagonie oder in der Weinregion Mendoza verlangen viele Anbieter einen internationalen Führerschein zusätzlich zum deutschen; der Antrag dauert beim ADAC wenige Tage.
- Der offizielle Bankkurs und inoffizielle Kurse können erheblich abweichen; wer den aktuellen Stand nicht kennt, verliert beim Tauschen deutlich Geld. Die Lage ändert sich schnell und muss kurz vor Abflug geprüft werden.
✔Die Must-haves
Ohne diese ist der Tag im Eimer. Nicht vergessen.
- Wer von Buenos Aires direkt nach Salta fliegt und am nächsten Tag auf 4 000 m hohe Pämpa-Pässe fährt, riskiert akute Höhenkrankheit; ärztlich empfohlene Mittel müssen aus Deutschland mitgebracht werden.
- In Argentinien wird bei inoffiziellen Tauschgeschäften fast ausschließlich in USD oder EUR getauscht; Pesos aus Deutschland mitzubringen ist sinnlos, da sie kaum erhältlich sind.
- In der Patagonie, in Salta und auf Hochlandpässen versagt das Datennetz regelmäßig; wer sich auf Google Maps verlässt, steht ohne Netz vor unvermarkten Abzweigungen.
- In der Subte und in touristischen Vierteln von Buenos Aires werden Wertsachen aktiv aus Taschen und Rucksäcken gestohlen; ein flacher Geldgürtel unter der Kleidung entzieht Bargeld dem Zugriff.
- Argentinien hat seine eigene Steckernorm (IRAM 2073, drei flache Stifte in V-Form); deutsche Stecker passen nicht, und in abgelegenen Lodges gibt es selten Universaladapter.
- Deutsche Staatsangehörige benötigen für Argentinien keinen Visum, aber einen gültigen Reisepass; eine abgelaufene Gültigkeit führt zur Einreiseverweigerung. Die Personalausweis-Einreise ist nur unter bestimmten Umständen möglich – Reisepass ist sicherer.
✔Nice-to-haves
Nicht lebensnotwendig, aber deutlich komfortabler damit.
- Der Koffer landet im Laderaum des Nachtbusses und ist bis zur Endstation unzugänglich; was man über Nacht braucht (Zahnbürste, Wechselkleidung, Medikamente), muss ins Handgepäck – ein leichter Packsack löst das Problem sauber.
- In kleineren Städten findet man zwischen 13 h und 16 h sowie sonntagnachmittags kaum offene Läden oder Restaurants; wer keine Riegel oder Nüsse dabei hat, wartet hungrig.
- Stromausfälle dauern in Buenos Aires manchmal mehrere Stunden; in der Patagonie und im Nordwesten gibt es in Lodges und Hostels oft nur eine Steckdose pro Zimmer – wer Karte, Übersetzung und Offline-Karten braucht, muss seinen Puffer selbst mitbringen.
- In Patagonien und Nordwest-Argentinien ist die nächste Apotheke oft stundenweit entfernt; ein kompaktes Set mit Pflastern, Kompressenverbänden und Desinfektionsmittel verhindert, dass Kleinverletzungen zum Problem werden.
- Cama-Busse fahren 14–20 Stunden; der Sitz klappt fast flach, aber ohne Nackenstütze schläft man verkrampft und kommt steif an.
- Deutsche Roaming-Tarife in Argentinien sind teuer und das Netz ist in der Patagonie ohnehin lückenhaft; eine lokale SIM (Claro oder Personal) für Städte kostet wenig und spart die Roaming-Kosten.
✔Wetter & Saison
Je nach Reisezeit und Wetterlage anzupassen.
- Im feuchtheißen Nordosten (Iguazú, Corrientes) schwitzt man so stark, dass Wasser allein den Mineralstoffverlust nicht ausgleicht; Elektrolytbeutel aus Deutschland sind billiger und zuverlässiger als lokale Apotheken.
- In Patagonien ist die UV-Strahlung durch das Ozonloch deutlich höher als auf gleichen Breitengraden der Nordhalbkugel; auch an bewölkten Tagen verbrennt man schneller als erwartet.
- Patagonischer Wind erreicht tagsüber Sturmstärke ohne Vorwarnung; eine dünn gepackte Windstopper-Jacke ist der entscheidende Unterschied zwischen einem angenehmen Ausflug und Unterkühlung.
- In der Patagonie und im Andenhochland fallen die Temperaturen auch im Südsommer nachts unter 5 °C; Merino-Unterwäsche reguliert Temperatur und riecht auch nach mehreren Trageeinheiten nicht – wichtig bei langen Busnächten.
✔ Meine Ergänzungen
Erstelle ein Konto, um deine Listen zu speichern und auf allen Geräten zu finden.
- Alle deine Checklisten gespeichert und jederzeit abrufbar
- Auf dem Handy wie am Computer
- Dein Abhaken genau dort, wo du aufgehört hast
✔ Gut zu wissen
- Prüfe rechtzeitig die Gültigkeit deines Reisepasses: Er sollte zum Einreisezeitpunkt gültig sein und mindestens eine freie Seite für Einreisestempel haben – bei manchen Empfehlungen wird eine Restgültigkeit von 6 Monaten genannt. Quelle
- Informiere dich vor der Reise, ob für deine Nationalität ein Visum oder eine Einreisegenehmigung erforderlich ist – viele europäische und nordamerikanische Reisepässe erlauben einen visumfreien Aufenthalt bis zu 90 Tagen, andere Nationalitäten benötigen vorab ein Visum. Quelle
- Kläre vor dem Abflug, ob du eine Reisekrankenversicherung nachweisen musst: Ab Juli 2025 sollen alle Einreisenden eine gültige Auslandskrankenversicherung vorweisen können. Quelle
- Nimm neben deiner Kreditkarte auch etwas argentinische Pesos oder US-Dollar in bar mit: Karten werden in Städten meistens akzeptiert, aber auf Märkten, bei Taxis und in ländlichen Regionen ist Bargeld oft noch die einfachste Option. Quelle
- Beachte beim Bezahlen: Wenn ein Kartengerät dir die Wahl zwischen der Zahlung in Pesos oder deiner Heimwährung gibt, wähle immer Pesos – so vermeidest du ungünstige Umrechnungskurse. Quelle
- Pack einen Reiseadapter für Steckdosen vom Typ I ein (drei flache Stifte in V-Form plus Erdungspin) – das ist der in Argentinien am häufigsten verwendete Stecker; Steckdosen vom Typ C (zwei runde Stifte) kommen ebenfalls vor. Die Netzspannung beträgt 220 V / 50 Hz. Quelle
- Abgelaufener oder beschädigter Reisepass — Reise lieber mit einem gültigen, unbeschädigten Pass: Reisende mit abgelaufenem oder beschädigtem Dokument können an der Grenze zurückgewiesen werden.
- Große Mengen Bargeld über 10.000 USD — Nimm nicht mehr als 10.000 USD (oder den Gegenwert in Pesos) in bar mit: Höhere Beträge müssen bei der Einreise deklariert werden und können bei der Zollkontrolle Probleme bereiten.
- Europäischer oder US-Reisestecker ohne Adapter — Lass Geräte mit Typ-A/B- oder Schuko-Steckern ohne Adapter besser zu Hause – argentinische Steckdosen (Typ I / Typ C) sind nicht kompatibel.
Offizielle Website von Argentina
✔ Häufige Fragen
Kann man in Argentinien Leitungswasser trinken?
In Buenos Aires gilt das Leitungswasser als trinkbar, wenngleich viele Einheimische und Reisende es lieber filtern oder kochen. In Patagonien, im Nordwesten und in ländlichen Gebieten ist die Situation unterschiedlich: In manchen Regionen ist das Wasser kalkhaltig oder nicht zuverlässig aufbereitet. Es empfiehlt sich, eine Filterflasche oder Reinigungstabletten mitzunehmen, um in abgelegenen Gebieten flexibel zu sein und Plastikflaschen zu reduzieren.
Wie kommt man in Argentinien am besten von Ort zu Ort?
Für lange Strecken (Buenos Aires–Bariloche, Buenos Aires–Mendoza) empfehlen sich Inlandsflüge, die rechtzeitig gebucht werden sollten – in der Hochsaison (Dezember–Februar) sind sie Wochen im Voraus ausverkauft. Für mittlere Distanzen bieten Nachtbusse der Klasse "cama" (fast liegende Sitze) eine komfortable und erschwingliche Möglichkeit. In Patagonien, wo Busse selten fahren und Taxis kaum vorhanden sind, ist ein Mietwagen für den Zugang zu Nationalparks und entlegenen Sehenswürdigkeiten oft unerlässlich.
Was muss ich je nach Reisezeit in meinen Koffer packen?
Argentinien umfasst mehrere Klimazonen: Im Südsommer (Dezember–Februar) ist es im Norden und in Buenos Aires sehr heiß und feucht, in der Patagonie aber auch dann kühl und stürmisch. Im argentinischen Winter (Juni–August) wird es in der Patagonie und im Andenhochland sehr kalt, während Buenos Aires gemäßigt bleibt. Das Zwiebelprinzip ist für alle Reisezeiten sinnvoll: leichte Kleidung für den Norden, Windstopper und Thermounterwäsche für den Süden – und zwar gleichzeitig, wenn beide Regionen im Reiseplan stehen.
Gibt es in Argentinien Höhenkrankheit und wie schütze ich mich?
Im Nordwesten (Salta, Jujuy, Quebrada de Humahuaca) liegen viele Sehenswürdigkeiten auf 2 000 bis über 4 000 Metern Höhe. Wer direkt vom Tiefland per Flug nach Salta reist und sofort auf die Hochlandpässe fährt, riskiert Kopfschmerzen, Übelkeit oder schwerere Symptome. Eine Eingewöhnungszeit von ein bis zwei Tagen in Salta (1 187 m) vor dem Aufstieg sowie ärztliche Beratung zu geeigneten Vorbeugungsmitteln vor Reiseantritt werden von vielen Argentinien-Reisenden empfohlen.
Was tun, wenn in Buenos Aires mein Bargeld oder mein Handy gestohlen wird?
Taschendiebstähle sind in der Subte und in touristischen Vierteln wie San Telmo oder der Boca verbreitet; sichtbare Smartphones und Kameras sind besonders gefährdet. Es empfiehlt sich, nur das benötigte Bargeld in einer Fronttasche oder einem Geldgürtel zu tragen und das Smartphone nicht offen in der Hand zu halten. Im Diebstahlfall sollte die Polizei ("Policía Federal") eine Anzeige ausstellen, die für die Versicherung benötigt wird; die Botschaft der Bundesrepublik Deutschland in Buenos Aires kann bei Diebstahl des Reisepasses helfen.