Was mitnehmen für eine Reise nach Grece?
Wer nach Griechenland reist, denkt an Sonne, Meer und Olivenöl – und ist dann überrascht, wie viele logistische Hürden das Land tatsächlich bereithält.
Kurz gesagt, was dich hier überrascht
- Die Fähren zwischen den griechischen Inseln sind in der Hochsaison (Juli–August) oft wochenlang im Voraus ausgebucht. Wer nicht rechtzeitig reserviert, sitzt auf dem falschen Eiland fest oder muss extrem lange warten.
- Der Meltemi-Wind in den Kykladen kann tagelang mit Stärke 6–8 Beaufort wehen und Fährverbindungen komplett einstellen, Ausflüge ruinieren und Sonnenschirme wegreißen.
- Die Mittagshitze im Sommer (35–40 °C) auf freiliegenden archäologischen Stätten wie der Akropolis oder Delphi ist extrem: kein Schatten, reflektierender Marmorboden, lange Besichtigungszeiten.
Warum diese Liste?
Die Fähren zwischen den Inseln sind im August wochenlang ausgebucht, der Meltemi-Wind macht Kykladenausflüge zur Geduldsprobe, und der einzige Geldautomat auf der kleinen Insel hat kein Geld mehr ausgespuckt. Leitungswasser trinkt man auf Kreta und Santorin besser nicht, die Akropolis hat mittags keinen Schatten, und in der Dorftaverne zahlt man bar oder gar nicht. Diese Liste konzentriert sich auf das, was erfahrene Griechenland-Reisende sich im Nachhinein gewünscht hätten zu wissen – nicht auf Sonnencreme und Badehandtuch, die jeder einpackt, sondern auf Ohrenstöpsel für die Nachtfähre, Wasserfilter für die Inselwoche und Zeitfenstertickets für die Akropolis, die zwei Stunden Schlange ersparen.
Wann hinfahren
April bis Juni ·September ·Oktober
Frühling und Herbst bieten angenehme Bedingungen für den Besuch archäologischer Stätten und Inseln; Juli und August bringen extreme Hitze und Touristenmassen.
Weniger geeignet : Juli bis August
✔Vor der Abreise zu erledigen
Dein Countdown: jede Aufgabe zum richtigen Zeitpunkt, von der frühesten bis zum Abreisetag.
- In der Hochsaison sind Fähren zwischen den Inseln Wochen vorher ausgebucht. Wer wartet, riskiert, die geplante Route nicht fahren zu können.
- Nach einer Nachtfähre ist man erschöpft und auf eine sofort beziehbare Unterkunft angewiesen. In der Hochsaison sind letzte verfügbare Zimmer auf Inseln extrem teuer oder weit vom Zentrum entfernt.
- Auf Inseln wie Kreta oder Rhodos sind Fahrzeuge in der Hauptsaison schnell ausgebucht. Ohne eigenes Fahrzeug ist man auf unzuverlässige Busverbindungen angewiesen.
- Die Akropolis und andere große Stätten haben in der Hochsaison extrem lange Warteschlangen. Online-Tickets mit Zeitfenster sparen bis zu zwei Stunden Wartezeit.
- In Santorin, Mykonos und anderen touristischen Hotspots sind die besten Restaurants in der Hochsaison Wochen im Voraus ausgebucht. Ohne Reservierung isst man um 23 Uhr oder gar nicht.
- Das Netz auf kleinen Inseln ist schwach, und ohne Datentarif sind alle digitalen Reisetools unbrauchbar. Eine lokale SIM kann erheblich günstiger sein.
✔Die Must-haves
Ohne diese ist der Tag im Eimer. Nicht vergessen.
- Kopfsteinpflaster und polierter Marmor in Inselstädten und auf Ausgrabungsstätten sind bei Hitze oder leichter Feuchtigkeit extrem rutschig. Sandalen reichen nicht.
- Auf kleinen Inseln und in Tavernen wird Kartenzahlung oft abgelehnt. Der einzige Geldautomat kann leer oder außer Betrieb sein.
- Für Mietwagen, manche Hotelbuchungen und Nicht-EU-Mitreisende wird der Reisepass verlangt, auch wenn der Personalausweis für die Einreise reicht.
- Im Krankheitsfall auf griechischen Inseln ist die EHIC entscheidend für den Zugang zu öffentlicher Gesundheitsversorgung ohne Vorauszahlung.
✔Nice-to-haves
Nicht lebensnotwendig, aber deutlich komfortabler damit.
- Auf Nachtfähren ist es laut: Motorgeräusche, Durchsagen, Mitreisende. Ohne Ohrenstöpsel ist erholsamer Schlaf kaum möglich.
- Auf Nachtfähren sind Decken oft knapp, teuer zu mieten oder unhygienisch. Ein Inlett spart Geld und sorgt für besseren Schlaf auf der langen Überfahrt.
- Beim Besteigen oder Verlassen von Fähren und Wassertaxis gibt es regelmäßig Spritzwasser. Wertgegenstände und Dokumente sollten trocken bleiben.
- Das Leitungswasser ist auf vielen Inseln nicht trinkbar oder schmeckt stark nach Chlor. Ein Filter spart täglich Geld und vermeidet Plastikflaschen.
- Mücken sind an der Küste abends sehr aggressiv. In einfachen Unterkünften fehlen oft Moskitonetze. Ein starkes Repellent ist unverzichtbar.
- Auf sehr kleinen Inseln oder beim Wandern auf dem Festland ist sauberes Trinkwasser nicht immer verfügbar. Tabletten kosten kaum etwas und wiegen nichts.
- Das Mobilnetz ist auf kleinen Inseln und in Bergregionen schwach oder gar nicht vorhanden. Offline-Karten sind dann die einzige Navigationsmöglichkeit.
- Auf kleinen Inseln gibt es oft nur einen Arzt oder gar kein Krankenhaus. Grundlegende Mittel gegen Sonnenbrand, Magen-Darm-Beschwerden und Wundversorgung sind schwer aufzutreiben.
- Lange Tage auf Ausgrabungsstätten oder Strandtage ohne Steckdose entladen das Handy schnell. GPS, Übersetzungs-Apps und Karten laufen permanent im Hintergrund.
- Lange Fußwege auf Ausgrabungsstätten und Inselwanderungen erfordern einen handlichen Rucksack für Wasser, Sonnenschutz und Snacks – Einkaufstaschen oder große Koffer sind unpraktisch.
✔Wetter & Saison
Je nach Reisezeit und Wetterlage anzupassen.
- Der Meltemi-Wind in den Kykladen ist kalt und stark. Selbst bei 35 °C kann es sich auf einem Fährendeck oder am Strand bei Wind frisch anfühlen.
- Lange Warteschlangen vor Ausgrabungsstätten und Fähranleger in der prallen Sonne sind unvermeidlich. UV-Schutzkleidung ist langfristig besser als mehrfaches Nachcremen.
- Auf der Akropolis oder in Delphi gibt es keinen Schatten. Eine Kappe schützt nicht ausreichend – nur ein Hut mit breiter Krempe deckt Nacken und Ohren ab.
- Der UV-Index ist in Griechenland im Sommer extrem hoch. Auf freigelegten archäologischen Stätten ohne Schatten verbrennt man sich schnell, ohne es zu merken.
✔ Meine Ergänzungen
Erstelle ein Konto, um deine Listen zu speichern und auf allen Geräten zu finden.
- Alle deine Checklisten gespeichert und jederzeit abrufbar
- Auf dem Handy wie am Computer
- Dein Abhaken genau dort, wo du aufgehört hast
✔ Gut zu wissen
- Denk daran, einen gültigen Personalausweis oder Reisepass einzupacken – EU-Bürger kommen damit problemlos nach Griechenland, und das Dokument muss mindestens für die gesamte Aufenthaltsdauer gültig sein. Quelle
- Nimm etwas Bargeld in Euro mit: Kleine Tavernen, Strandbars oder Trinkgelder lassen sich oft nur bar bezahlen. Für Abhebungen lohnt sich eine gebührenarme Reisekreditkarte, da griechische Banken Fremdgebühren erheben können. Quelle
- Kein Stecker-Adapter nötig: Griechenland nutzt denselben Steckdosentyp (C/F, 230 V / 50 Hz) wie Deutschland, Österreich und die Schweiz – deine Geräte funktionieren direkt. Quelle
- Leg deine Europäische Krankenversicherungskarte (EHIC, Rückseite der Gesundheitskarte) bereit – sie deckt medizinische Notfallversorgung in Griechenland ab. Da die Versorgung auf den Inseln lückenhaft sein kann, empfiehlt sich zusätzlich eine Auslandsreisekrankenversicherung für Rücktransporte. Quelle
- Nicht-EU-Bürger aus visumfreien Ländern sollten das ETIAS-Genehmigungssystem im Blick behalten: Es könnte noch 2025 für Kurzreisen in den Schengen-Raum einschließlich Griechenland eingeführt werden – eine Online-Vorabregistrierung wäre dann vor der Abreise sinnvoll. Quelle
- Drohne — Für den Betrieb einer Drohne in Griechenland sind oft Genehmigungen nötig, und über archäologischen Stätten sowie Nationalparks gelten strenge Einschränkungen – informiere dich vor der Abreise genau, ob und wo du fliegen darfst.
- Reiseschecks — Reiseschecks werden in Griechenland kaum noch akzeptiert – besser auf Bargeld und Kreditkarte setzen.
✔ Häufige Fragen
Kann man in Griechenland Leitungswasser trinken?
In Athen und einem Großteil des griechischen Festlands sowie auf Inseln wie Rhodos, Naxos und Paros gilt das Leitungswasser offiziell als trinkbar. Auf Santorin hingegen ist das Wasser entsalzt und der Kauf von Flaschen ist die Norm. Auf Kreta empfehlen viele Einheimische Flaschenwasser trotz guter Qualität. Bei Wanderungen und auf kleinen Inseln ist eine Filtertrinkflasche eine gute Ergänzung, da die Situation je nach Ort variiert.
Wie kommt man in Griechenland von Insel zu Insel und wie bewegt man sich vor Ort?
Fähren sind das wichtigste Verkehrsmittel zwischen den Inseln – in der Hochsaison (Mitte Juni bis Anfang September) sind sie häufig ausgebucht, also frühzeitig reservieren. Für schnellere Verbindungen gibt es Inlandsflüge mit Olympic Air, Sky Express oder Aegean. Auf dem Festland decken die KTEL-Busse das ganze Land ab; eine Online-Buchung lohnt sich für beliebte Strecken. Auf den Inseln selbst ist die Anmietung eines Scooters oder Autos weit verbreitet, in den Städten funktionieren Taxis und Ride-Hailing-Apps gut.
Was sollte ich je nach Reisezeit nach Griechenland einpacken?
Im Sommer (Juni–September) sind Temperaturen von 35–40 °C keine Seltenheit: leichte Kleidung aus Baumwolle oder Leinen, Sonnenhut, Sonnenbrille und Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor gehören unbedingt ins Gepäck. In den Kykladen kann der Meltemi-Wind überraschend stark sein – eine leichte Windjacke ist selbst im Hochsommer sinnvoll. Wer archäologische Stätten besucht oder in den Bergen wandert (Kreta, Olymp), sollte festes Schuhwerk und für Abende in der Höhe eine dünne Fleecejacke einplanen. Im Frühling und Herbst ist eine leichte Regenjacke eine gute Absicherung.