Was mitnehmen für eine Reise nach London?
Was Londoner Besucher aus Deutschland am häufigsten unterschätzen: Die Stadt ist zwar auf dem Papier gut erschlossen, aber der Alltag eines Mehrtagesaufenthalts verlangt mehr Vorbereitung als erwartet.
Kurz gesagt, was dich hier überrascht
- Londres erfordert extrem viel Laufen: Besucher legen täglich 10–15 km zurück, oft auf hartem Asphalt oder Kopfsteinpflaster, was zu Blasen und Muskelkater führt.
- Die U-Bahn-Linien auf den tiefen Tunnelstrecken (Central, Bahnsteig Northern, Piccadilly) sind im Sommer extrem heiß und schlecht belüftet – Temperaturen über 35°C sind keine Seltenheit.
- Ohne Oyster-Karte oder kontaktlose Bezahlung zahlt man erheblich mehr für einzelne Tube-Tickets; das System ist für Neuankömmlinge verwirrend und führt zu langen Warteschlangen.
Warum diese Liste?
Der Brexit hat konkrete Auswirkungen – die eigene SIM-Karte funktioniert nicht mehr automatisch mit EU-Roaming, und der Personalausweis reicht an der Grenze nicht mehr aus. Dazu kommt, dass die tiefsten U-Bahn-Linien bei Sommerhitze zur Tortur werden, dass man täglich zwölf Kilometer oder mehr zu Fuß zurücklegt, und dass Londons Wetter auch bei sonniger Prognose innerhalb von Minuten umschlägt. Wer die Schlangen vor dem Tower of London oder Madame Tussauds kennt, bucht Tickets online vorab. Wer sie nicht kennt, steht eine Stunde in der Sonne. Diese Liste konzentriert sich auf genau diese Dinge: das, was man nicht in jedem Reiseführer liest, aber bereut, vergessen zu haben.
Wann hinfahren
London ist ganzjährig besuchbar, doch von April bis September sind die Tage am längsten und das Wetter am angenehmsten.
✔Vor der Abreise zu erledigen
Dein Countdown: jede Aufgabe zum richtigen Zeitpunkt, von der frühesten bis zum Abreisetag.
- Großbritannien ist kein EU-Mitglied mehr – ein gültiger Reisepass ist für deutsche Staatsbürger seit 2021 Pflicht; der Personalausweis allein reicht nicht mehr aus.
- Nach dem Brexit gilt die EHIC für deutsche Bürger in Großbritannien noch begrenzt – es lohnt sich aber trotzdem, sie einzupacken und eine Reisekrankenversicherung abzuschließen, da NHS-Notaufnahmen überlastet sind.
- Tower of London, Madame Tussauds und viele andere Attraktionen verlangen ohne Online-Buchung stundenlange Wartezeiten in der prallen Sonne – Tickets mit fester Zeitzone vermeiden das komplett.
- London zählt zu den teuersten Städten weltweit: Ein einfaches Mittagessen kostet 15–20 £, ein Pint Bier 7–8 £ – wer kein Tagesbudget plant, gibt oft doppelt so viel aus wie erwartet.
- Nach dem Brexit gilt EU-Roaming für deutsche Mobilfunkverträge in Großbritannien nicht mehr automatisch – ohne britische SIM oder gebuchtes Reisedatenpaket entstehen hohe Kosten oder man hat kaum mobiles Internet für Navigation und U-Bahn-Apps.
- Das Londoner ÖPNV-System verlangt eine registrierte Oyster-Karte oder eine kontaktlose Karte für faire Tarife; ohne Vorbereitung zahlt man bis zu dreimal mehr pro Fahrt.
- Linksverkehr in London überrascht deutsche Besucher regelmäßig: An Kreuzungen ohne Ampelhinweis ('Look Right') ist der Reflex, nach links zu schauen, gefährlich falsch.
✔Die Must-haves
Ohne diese ist der Tag im Eimer. Nicht vergessen.
- Die täglich zurückgelegten 10–15 km auf Londons Asphalt und Kopfsteinpflaster verursachen mit neuen oder ungeeigneten Schuhen schwere Blasen, die den Rest des Aufenthalts ruinieren können.
- Selbst mit gutem Schuhwerk entstehen nach zwei langen Lauftagen durch Londons Viertel schnell Blasen – auf der Straße sind diese Pflaster teuer und schwer zu finden.
- Selbst bei prognostizierter Sonne kann in London innerhalb von Minuten ein Schauer aufziehen – ein Taschenschirm passt in jeden Rucksack und schützt auf dem Weg zwischen den Sehenswürdigkeiten.
- Großbritannien verwendet den dreipoligen Typ-G-Stecker – ohne Adapter kann kein Gerät geladen werden; in deutschen Elektronikläden ist er günstiger und zuverlässiger als in Londoner Touristenläden.
✔Nice-to-haves
Nicht lebensnotwendig, aber deutlich komfortabler damit.
- Londoner Leitungswasser ist sicher trinkbar, schmeckt aber stark nach Kalk und Chlor – eine Filterflasche ermöglicht es, überall kostenloses Wasser zu nutzen und Flaschenpreise (3–5 £) zu vermeiden.
- Museumsshops, Märkte (Borough Market, Portobello Road) und Picknicks im Park gehören zum London-Erlebnis – ein zusammenfaltbares Beutel schützt Einkäufe und erspart Plastiktütengebühren (Englands Tütensteuer).
- Londoner Apotheken (Chemists) haben zwar gute Öffnungszeiten, sind aber teuer und die Produktnamen unterscheiden sich oft von deutschen Pendants – Schmerzmittel, Pflaster und Magentabletten besser mitbringen.
- Navigations-Apps, Citymapper für den ÖPNV und digitale Museum-Tickets laufen den ganzen Tag durch und entladen das Smartphone schnell – öffentliche Ladestationen sind in London selten.
✔Wetter & Saison
Je nach Reisezeit und Wetterlage anzupassen.
- Die tiefen U-Bahn-Linien (Central Line, Northern Line) erreichen im Sommer über 35°C mit kaum Luftzirkulation – ein kleiner Fächer lindert die Hitze erheblich während der oft langen Fahrten.
- Auf dem South Bank, im Hyde Park und an anderen schattenlosen Uferwegen verbringt man stundenlang in der Sonne – lange, leichte Stoffe schützen besser als Sonnencreme allein.
- Schlangestehen vor Sehenswürdigkeiten und lange Spaziergänge entlang der Themse erfolgen ohne natürlichen Schatten – ein Hut schützt Kopf und Nacken, die von Sonnencreme oft vergessen werden.
- Schlangen vor dem Tower of London oder dem Buckingham Palace, sowie Parks und Flussuferpromenaden bieten stundenlang keinen Schatten – beim aktuell sonnigen Wetter unterschätzen viele das Sonnenbrandrisiko in London.
✔ Meine Ergänzungen
Erstelle ein Konto, um deine Listen zu speichern und auf allen Geräten zu finden.
- Alle deine Checklisten gespeichert und jederzeit abrufbar
- Auf dem Handy wie am Computer
- Dein Abhaken genau dort, wo du aufgehört hast
✔ Gut zu wissen
- Plant eine ETA (Electronic Travel Authorization) rechtzeitig vor der Abreise ein: Reisende aus vielen Ländern außerhalb der EU/EEA – darunter USA, Kanada und Australien – benötigen seit Januar 2025 diese digitale Einreisegenehmigung (ca. 10 £). Sie lässt sich bequem über die offizielle UK-ETA-App beantragen. Quelle
- Haltet euren Reisepass griffbereit und prüft, dass er mindestens eine leere Seite enthält – das wird bei der Einreise ins Vereinigte Königreich erwartet. Quelle
- Für U-Bahn, Bus und viele Alltagsausgaben empfiehlt sich eine kontaktlose Bankkarte oder ein Smartphone-Wallet: Damit zahlt ihr im Londoner Nahverkehr (TfL) direkt per Tap – Bargeld ist zwar möglich, aber immer seltener nötig. Quelle
- Steckt einen Typ-G-Reiseadapter ein: Britische Steckdosen haben drei rechteckige Stifte und sind nicht kompatibel mit europäischen oder amerikanischen Steckern. Die Netzspannung beträgt 230 V / 50 Hz – moderne Geräte mit Dual-Voltage-Netzteil (100–240 V) kommen damit problemlos zurecht. Quelle
- Das Leitungswasser in London gilt als trinkbar und wird regelmäßig kontrolliert – eine wiederverwendbare Flasche zum Nachfüllen lohnt sich, um Plastikmüll und Kosten zu sparen. Quelle
- Großer Bargeldvorrat — In London laufen fast alle Alltagszahlungen per Karte oder Smartphone – wer zu viel Bargeld mitbringt, trägt es meist unnötig die ganze Reise mit sich.
- Europäischer Reiseadapter (Typ C/E/F) — Europäische Stecker passen nicht in britische Typ-G-Steckdosen – plant besser einen dedizierten UK-Adapter oder einen Universal-Adapter ein.
- Große Plastikwasserflaschen aus dem Supermarkt — Da das Leitungswasser in London gut trinkbar ist, reicht eine wiederverwendbare Flasche – Einwegflaschen sind unnötiger Ballast.
✔ Häufige Fragen
Ist das Leitungswasser in London trinkbar und wo kann ich meine Flasche auffüllen?
Das Leitungswasser in London ist trinkbar und wird regelmäßig auf seine Qualität geprüft. Über das Programm Refill London stehen mehr als 4 500 kostenlose Auffüllstationen in Hotels, Restaurants und Bars zur Verfügung, und seit 2019 wurden über 100 öffentliche Trinkwasserbrunnen in stark frequentierten Bereichen der Stadt installiert. Eine wiederverwendbare Trinkflasche einzupacken lohnt sich also auf jeden Fall – das spart Geld und reduziert Plastikmüll.
Wie kommt man in London am besten von A nach B?
Das Netz von Transport for London (TfL) umfasst U-Bahn (Tube), rote Busse, DLR, Elizabeth Line, Overground, Straßenbahn und Flussboote. Am einfachsten ist es, eine Oyster Card oder eine kontaktlose Bankkarte zu nutzen – beide bieten den günstigsten Tarif mit automatischer Tagespreisbegrenzung. Busse akzeptieren kein Bargeld, daher sollte man immer eine der beiden Optionen dabei haben. Schwarze Taxis sind offiziell, aber teuer; Apps wie Uber oder Bolt sind eine günstigere Alternative.
Was muss ich je nach Jahreszeit für London einpacken?
Das Londoner Wetter ist das ganze Jahr über wechselhaft und regnerisch – eine leichte Regenjacke und ein windresistenter Kompaktschirm gehören immer ins Gepäck, unabhängig von der Reisezeit. Das Schichtprinzip (T-Shirt, Pullover, Regenjacke) bewährt sich in jeder Saison. Im Winter (Dezember–Februar) bei 2–8 °C sind ein warmer Mantel, Handschuhe und Mütze sinnvoll; im Sommer (Juni–August) bei 15–25 °C können Tage trotzdem kühl und nass ausfallen. Da die Laufdistanzen zwischen Sehenswürdigkeiten erheblich sein können, sind bequeme, wasserfeste Schuhe ein Muss.