Was mitnehmen für eine Reise nach Perú?
Wer zum ersten Mal nach Peru reist, unterschätzt fast immer zwei Dinge: die Brutalität der Höhe und die Lücken des bargeldlosen Lebens.
Kurz gesagt, was dich hier überrascht
- Höhenkrankheit (Soroche) trifft viele Reisende in Cusco, am Titicacasee oder beim Machu Picchu unerwartet: Kopfschmerzen, Übelkeit und Schwindel schon bei 3 000 m schränken die ersten Reisetage stark ein.
- Zwischen Tag- und Nachttemperatur in den Anden liegen oft 15–20 °C Unterschied; tagsüber T-Shirt-Wetter, nachts nahe Frost – viele Reisende sind nachts in Hostels ohne Heizung frierend wach.
- Außerhalb von Lima und Cusco akzeptieren die meisten Märkte, Kleintransporte, Eintritte und lokalen Eateries ausschließlich Soles in bar; Kartenterminals sind selten oder defekt.
Warum diese Liste?
Cusco liegt auf 3 400 m – das spürt man in der ersten Nacht, ob man will oder nicht. Dazu kommt ein Tagesablauf, der von Andenverhältnissen diktiert wird: blendende UV-Strahlung auch bei Wolken, Temperaturstürze von 20 °C zwischen Mittag und Mitternacht, Busse ohne Heizung und Strecken von bis zu 14 Stunden. In der Amazonasregion wartet eine andere Überraschung: täglicher Starkregen und Luftfeuchtigkeit, die Kleidung und Elektronik angreift. Wer sich nur auf die Highlights – Machu Picchu, Titicacasee, Amazonas – konzentriert, vergisst leicht, dass der Weg dorthin genauso viel Vorbereitung verlangt wie das Ziel selbst. Diese Liste geht nicht von Tourismusbroschüren aus, sondern von dem, was Reisende im Nachhinein bereuen, vergessen zu haben.
Wann hinfahren
Perus Trockenzeit (Mai bis September) ist die beste Reisezeit für Machu Picchu und die Anden; die Regenzeit von Januar bis März macht Wanderwege rutschig und einige Sehenswürdigkeiten unzugänglich.
Weniger geeignet : Januar bis März
✔Vor der Abreise zu erledigen
Dein Countdown: jede Aufgabe zum richtigen Zeitpunkt, von der frühesten bis zum Abreisetag.
- Peru verlangt bei Einreise einen mindestens 6 Monate gültigen Reisepass; ein abgelaufenes oder bald ablaufendes Dokument führt zur Einreiseverweigerung am Flughafen.
- Tagestickets für Machu Picchu sind Wochen im Voraus ausverkauft; ohne vorab gebuchtes Zeitfenster mit Passnummer ist der Eintritt verweigert, trotz mehrstündiger Anreise.
- Eine Evakuierung aus abgelegenen Andengegenden oder dem Amazonas kostet ohne Versicherung mehrere Tausend Euro; viele Standardversicherungen decken Höhen über 4 000 m nicht ab.
- Geldautomaten in ländlichen Regionen sind selten, defekt oder leer; wer nicht ausreichend Bargeld in Soles mit sich führt, kann Eintritte, Busse und Mahlzeiten nicht bezahlen.
- In ländlichen Regionen, Nationalparks und Andentälern gibt es kein Mobilfunknetz; ohne Offline-Karten ist Orientierung auf eigene Faust praktisch unmöglich.
✔Die Must-haves
Ohne diese ist der Tag im Eimer. Nicht vergessen.
- Soroche trifft Reisende ab 3 000 m oft schon in der ersten Nacht; ein vom Arzt verschriebenes Mittel zur Akklimatisierung kann die ersten Tage in Cusco entscheidend erleichtern.
- Leitungswasser ist in ganz Peru untrinkbar; ein Reisefilter oder Tabletten ermöglichen es, lokales Wasser sicher zu nutzen und spart täglich Plastikflaschen-Kauf.
- Hochaltitude-Sonneneinstrahlung und Reflexion an Felsflächen oder Schnee können die Augen in wenigen Stunden stark reizen; eine günstige Touristensonnenbrille bietet keinen ausreichenden Schutz.
- Der Temperatursturz in den Anden von 20 °C tagsüber auf unter 5 °C nachts überrascht fast jeden; ohne mehrere übereinander tragbare Schichten friert man in Hostels ohne Heizung.
- Taschendiebstahl auf Märkten und in Stadtbussen ist weit verbreitet; Bargeld und Karten im versteckten Gürtel unter der Kleidung zu tragen ist der wirksamste Schutz.
- Peru nutzt hauptsächlich Typ A und C Steckdosen; Reisende aus Deutschland brauchen je nach Unterkunft einen Adapter, da Typ-F-Stecker nicht überall passen.
✔Nice-to-haves
Nicht lebensnotwendig, aber deutlich komfortabler damit.
- Nasenbluten durch trockene Höhenluft ist in Cusco und auf dem Altiplano verbreitet; eine einfache Nasenpflege verhindert das und ist fast nie im Reisegepäck.
- Nachtbusse in Peru spielen oft die ganze Nacht laut Musik oder Filme; Ohrstöpsel sind das einzige Mittel, auf diesen langen Fahrten überhaupt Schlaf zu finden.
- Die trockene Höhenluft lässt Lippen innerhalb weniger Stunden aufspringen und bluten; LSF-Lippenbalsam wird kaum gepackt, ist aber in den Anden unverzichtbar.
- Dehydrierung durch Höhe, Hitze und Durchfall ist in Peru sehr häufig; Elektrolyte beschleunigen die Erholung und ergänzen das schlichte Vielwassertrinken.
- Ungewohntes Essen und kontaminiertes Wasser führen häufig zu Magenprobleme; ein kleines Set mit oraler Rehydrationslösung verhindert, dass man 2–3 Tage des Urlaubs im Bett verbringt.
- Die ungewohnte Kombination aus Höhe, fettem Essen und lokalen Bakterienstämmen strapaziert die Verdauung; Probiotika vor und während der Reise können Beschwerden merklich reduzieren.
- Coca-Tee ist das lokal anerkannte Hausmittel gegen leichte Höhensymptome; er ist in Peru überall erhältlich, aber zu wissen, dass man ihn aktiv suchen und täglich trinken sollte, ist vielen Neuankömmlingen nicht bewusst.
- Nachtbusfahrten von 8–14 Stunden auf holprigen Andenpässen sind ohne Nackenstütze eine Tortur; Rücken- und Nackenschmerzen sind die häufigste Klage nach Übernachtbussen.
- In ländlichen Unterkünften und auf Wanderungen gibt es oft keine Steckdose; Offline-Karten, Fotos und Buchungsapps laufen ständig und entleeren den Akku schnell.
✔Wetter & Saison
Je nach Reisezeit und Wetterlage anzupassen.
- In der Amazonasregion werden Rucksäcke bei Bootsfahrten oder Regengüssen komplett nass; wasserdichte Beutel für Elektronik, Kleidung und Dokumente verhindern Totalschäden.
- Viele Unterkünfte in kleinen Andendörfern haben dünne Decken; mit einem leichten Schlafsack schläft man deutlich besser und vermeidet Erkältungen durch Kälte in der Nacht.
- Tägliche Regenschauer in der Amazonasregion und nachmittägliche Gewitter in den Anden durchnässen Kleidung in Minuten; ein leichter Poncho passt in jeden Rucksack und schützt auch Gepäck.
- Die UV-Intensität auf 3 500–4 500 m ist doppelt so hoch wie am Meer; Sonnenbrand entsteht in weniger als 30 Minuten, auch bei bedecktem Himmel.
✔ Meine Ergänzungen
Erstelle ein Konto, um deine Listen zu speichern und auf allen Geräten zu finden.
- Alle deine Checklisten gespeichert und jederzeit abrufbar
- Auf dem Handy wie am Computer
- Dein Abhaken genau dort, wo du aufgehört hast
✔ Gut zu wissen
- Plane deinen Pass rechtzeitig: Für die Einreise empfiehlt sich eine Restgültigkeit von mindestens sechs Monaten sowie mindestens eine leere Seite für den Einreisestempel – am besten zwei. Quelle
- Hebe Soles (PEN) an Bankautomaten in der Stadt ab und trage immer genug Bargeld bei dir – auf Märkten, bei Taxis und in ländlichen Regionen wird häufig ausschließlich mit Scheinen bezahlt. 200-Sol-Scheine können außerhalb der Großstädte schwer loszuwerden sein. Quelle
- Schau vor dem Kauf am Geldautomaten, ob Abrechnung in Soles oder in deiner Heimatwährung angeboten wird – wähle immer Soles, um versteckte Umrechnungsgebühren zu vermeiden. Quelle
- Pack einen Universal-Reiseadapter und prüfe, ob deine Geräte 220 V vertragen: Peru nutzt 220 V / 60 Hz und hauptsächlich Steckdosen Typ A und Typ C. Empfindliche Elektronik (Laptop, Kamera) profitiert zusätzlich von einem Überspannungsschutz. Quelle
- Wenn deine Route durch das Amazonas-Tiefland führt, informiere dich vor der Abreise über Impfempfehlungen (z. B. Hepatitis A, Typhus, Gelbfieber) sowie Malaria-Prophylaxe – idealerweise beim Tropenmediziner oder Reisemediziner. Quelle
- Beim Aufenthalt in Höhenlagen wie Cusco oder dem Altiplano kann Höhenkrankheit auftreten – plane ein bis zwei Akklimatisierungstage ein und frage deinen Arzt vorab nach möglichen Hilfsmitteln wie Acetazolamid. Quelle
- Drohne (undeklariert) — Eine Drohne empfiehlt sich nur mit vollständiger Zollanmeldung einzureisen – wer sie nicht deklariert, riskiert Beschlagnahme und eine empfindliche Geldstrafe.
- Selfie-Stick — An archäologischen Stätten wie Machu Picchu werden Selfie-Sticks und Einbeinstative häufig am Eingang abgewiesen – es lohnt sich, darauf zu verzichten.
- Frisches Obst, Gemüse oder Fleisch — Perus Zollbehörde (SUNAT/SENASA) schützt die Artenvielfalt streng – frische Lebensmittel dieser Art können am Flughafen beschlagnahmt werden.
- 200-Sol-Scheine in großer Stückzahl — Große Scheine stoßen außerhalb von Lima und Cusco oft auf Misstrauen – kleinere Stückelungen erleichtern den Alltag erheblich.
✔ Häufige Fragen
Kann man in Peru Leitungswasser trinken?
Das Leitungswasser in Peru gilt durchgehend als nicht trinkbar – das gilt auch für Lima, Cusco und Arequipa. Abgepacktes Wasser ist überall günstig erhältlich und die sicherste Wahl. Für Trekkingtouren helfen Reinigungstabletten (z. B. Micropur), Quellwasser aufzubereiten. Vorsicht auch bei frischen Säften mit Eiswürfeln und rohem Gemüse, das mit Leitungswasser gewaschen wurde.
Wie kommt man in Peru am besten von Ort zu Ort?
Komfortable Fernbusse mit Schlafsessel und Klimaanlage verbinden die meisten Städte – ideal für Nachtfahrten. Auf langen Strecken wie Lima–Cusco oder Lima–Iquitos sparen Inlandsflüge viel Zeit. Für kürzere Überlandstrecken sind Colectivos (Sammeltaxis, max. 5 Personen) schneller und günstiger als Einzeltaxis. In Städten und ländlichen Gegenden sind dreirädrige Mototaxis verbreitet; Uber funktioniert in Lima und einigen weiteren großen Städten.
Was sollte man je nach Reisezeit für Peru einpacken?
In den Anden (inkl. Machu Picchu) ist von Mai bis Oktober Trockenzeit mit klarem Himmel, aber Nächte können in Cusco (3 400 m) unter den Gefrierpunkt fallen – Schichtenprinzip mit T-Shirt, Fleece und winddichter Regenjacke ist das A und O. In der Regenzeit von November bis April sind nachmittägliche Schauer häufig, wasserfeste Schuhe und ein leichter Regenponcho gehören dann ins Gepäck. Auf der Küste (Lima) ist das Klima das ganze Jahr trocken, aber oft trüb und kühl; Sonnencreme mit hohem LSF ist in jeder Höhenlage ratsam, auch bei bewölktem Himmel.
Darf man aus Peru archäologische Fundstücke oder Antiquitäten mit nach Hause nehmen?
Die Ausfuhr von präkolumbianischen Artefakten und Antiquitäten aus Peru ist mit sehr strengen Kontrollen verbunden – wer solche Gegenstände im Gepäck hat, riskiert deren Einziehung an der Grenze. Es empfiehlt sich, beim Kauf von Souvenirs nur bei seriösen Händlern zu kaufen und Belege aufzubewahren. Der Sol (PEN) ist die einzige offizielle Landeswährung; Dollar werden an manchen Touristenorten akzeptiert, aber oft zu ungünstigem Kurs.